SPD Bad Hönningen

Wenn der Anstand nichts mehr zählt

Kommunales

Als Anstand wird in der Soziologie ein als selbstverständlich empfundener Maßstab für ethisch-moralischen Anspruch und Erwartung an gutes oder richtiges Verhalten bezeichnet. Der Anstand bestimmt die Umgangsformen und die Lebensart (Hillmann, Karl-Heinz. "Wörterbuch der Soziologie. 5. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage." Kröner, Stuttgart (2007). Stichwort "Anstand" S. 31f.).

Der Anstand geht in unserer auf Egoismus getrimmten Gesellschaft langsam verloren. Vielleicht liegt es an der Erziehung, weil schon Kinder nicht mehr lernen, für Schwangere oder Ältere ihren Sitzplatz frei zu machen oder sich Menschen freiwillig auf ein niedriges Niveau begeben, weil sie von Anderen kein höheres Niveau mehr erwarten können. Es fängt bei Kleinigkeiten im gegenseitigen Umgang an, bei Erwidern des Grußes zum Beispiel, und endet dann bei Unsitten, wie z.B. dem Anderen nicht mehr zuzuhören, geschweige denn ausreden zu lassen.

In der Politik, auch in der Kommunalpolitik, bedeutet Anstand, in der politischen Auseinandersetzung keine ehrverletzende Sprache zu benutzen, dem politischen Gegner nicht durch üble Nachrede zu schaden und vor falschen Anschuldigungen die Wahrheit im persönlichen Gespräch auszuloten. Oft wird jedoch gegenteilig verfahren nach dem Motto, man müsse nur häufig genug angebliches Fehlverhalten denunzieren in der Hoffnung, dass beim Wähler schon was hängen bleibt. Im Grunde ist es die Beachtung des Kant´schen Imperativs, andere so respektvoll zu behandeln, wie man selber mit Respekt behandelt werden will.

Betrachten wir z.B. das Amt eines ehrenamtlichen Ortsbürgermeisters, dessen zeitliche Beanspruchung für ein Ehrenamt enorm ist. Es ist ein Vollzeitjob mit einer kümmerlichen Aufwandsentschädigung. Gleichzeitig noch einen Beruf auszuüben und für die Familie da zu sein, ist schier unmöglich. In 406 rheinland-pfälzischen Gemeinden gab es in 2014 nach Angaben des Statistischen Landesamtes keinen Kandidaten für das Amt des Ortsbürgermeisters (Quelle: Rhein-Zeitung vom 22.05.2014). Sollten daher gewählte Mandatsträger nicht anständig miteinander umgehen, statt kommunalpolitische Konkurrenten in Intrigen zu verwickeln und damit indirekt in Kauf zu nehmen, dass künftig ein Kandidat für ein Ehrenamt in der Kommunalpolitik damit rechnen muss, nicht nur schlecht bezahlt viele Arbeitsstunden für das Funktionieren seines Heimatortes zu leisten, sondern auch wie selbstverständlich seinen Leumund auf´s Spiel zu setzen und Häme zu ertragen?

Von Menschen Einsicht und Mäßigung zu verlangen, stößt ab einem bestimmten Alter an Grenzen der Belehrbarkeit. Da läge es nahe nach dem Grundsatz zu antworten, Auge um Auge. Doch gibt es auch eine andere und, wenn man so will, christliche Antwort, die nicht mit Schwäche verwechselt werden sollte. Wenn auch der Gegenüber keinen Anstand besitzt, setzt ihm ein Kommunalpolitiker mit moralischen Grundsätzen unbeirrt seine Würde und seine Haltung entgegen und beweist ihm damit, dass es in der Kommunalpolitik nicht ein „um jeden Preis“ geben muss.

 
 

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